Jiu-Jitsu - Kampfkunstschule Osterhausen

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Jiu-Jitsu

Jiu-Jitsu

JIU
(gesprochen „Dschi“)

bedeutet sanft, nachgiebig, bereitwillig

JITSU
(gesprochen „Dschitsu“)
bedeutet Kunst, Kampfkunst, Kriegstechnik

Jiu Jitsu kann man sinngemäß übersetzen als „die sanfte Kunst“ der Selbstverteidigung.
Beim Jiu Jitsu wird der Angriff des Gegners ausgenutzt, um diesen gegen den Angreifer selbst zu nutzen und ihn zu überwältigen. Nach dem Prinzip „siegen durch nachgeben“ wird dem Angriff durch schnelles Ausweichen entgegnet, durch den Einsatz einer Technik der Gegner abgewehrt und anschließend kontrolliert.

Es gibt Theorien, nach denen das eigentliche Jiu-Jitsu aus China stammen soll.
Aber auch alte Chroniken aus Japan erzählen, wie Tatemi Kazuchi 712 n. Chr. einen gewissen Tatemi Nokami durch die Luft warf, „als wäre er ein Blatt“.
Und in Nihon  Sho-Ki, 720 n. Chr., wird berichtet, wie Nomino Sukume einen Sumo-Ringer mit einem Tritt tötete.
Diese beiden Vorfälle beweisen das Vorkommen von Kampfformen mit leerer Hand auch in Japan. Überlieferungen besagen, dass der Chinese Chin Gempin, welcher sich in Owari niederließ und dort 1671 verstarb, nach seiner Aufnahme in den Samurai-Stand zuerst die Adligen von Edo (heute Tokio/Japan) in diese geheimnisvolle Kunst einweihte, welche dem Volk gegenüber stets streng geheimgehalten wurde. Schon nach kurzer Zeit bürgerte sich das Jiu-Jitsu bei allen Samurai ein und entwickelte sich rasch zu einer Kampfkunst der Selbstverteidigung ohne Waffen, die der Adel mit dem Ziel anwandte, den Gegner kampfunfähig zu machen - oder zu töten.
 
Die drei wesentlichen Bestandteile des Jiu-Jitsu

Jiu-Jitsu heißt übersetzt sanfte Kunst.
Diese sanfte Kunst der Selbstverteidigung besteht aus drei Hauptbestandteilen, welche als Synthese die Kampfsportart Jiu-Jitsu darstellen.
Diese drei Hauptbestandteile sind im Einzelnen

                                                                 das Aikido,
                                                                 das Judo,
                                                                 das Karate.

Die geschichtliche Entwicklung des Jiu-Jitsu

Der Ursprung des Jiu-Jitsu ist nicht eindeutig, seine Wurzeln sind wahrscheinlich in Indien zu suchen. Ausgehend von der indischen Massagekunst entwickelte sich schon im Altertum eine zweckbestimmte Kenntnis von schmerzverursachenden Griffen. Vermutlich fand diese Kenntnis ihren Weg von Indien nach China.
Dort wurden die Techniken von Angehörigen religiöser Kreise weiterentwickelt. Das Wissen um diese schmerzempfindlichen Punkte wurde vermutlich um 1600 nach Japan eingeführt.
Der eigentliche Begriff „Jiu-Jitsu“ entstand erst im 18. Jahrhundert. Ursprünglich war Jiu-Jitsu unter verschiedenen Bezeichnungen (Yawara, Aiki [ju] jutsu, Hakuda, Kempo, Kogusoku, Koshi no mawari, Kumi uchi, Tai jitsu, Torite, Shubaku etc.) ein Ausbildungsbestandteil der verschiedenen Kampfschulen der japanischen Ritterklasse (Bushi, Samurai) neben den in der jeweiligen Schule gelehrten Waffentechniken und wurde im „Bushido“, dem sogenannten Ehrenkodex der Samurai, festgelegt.
Die Meiji-Periode (1868) führte zum Niedergang der Samurai.
Japan öffnete sich westlichen Einflüssen, vernachlässigte teilweise altes Brauchtum und schenkte auch den alten Kriegskünsten lange Zeit keine Beachtung.
Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde es wieder als traditionelles Gut in die japanische Kultur einbezogen, wobei der kriegerische Aspekt durch den sportlichen und geistigen ersetzt wurde.

Verbreitung des Jiu-Jitsu in Deutschland
 
Der wichtigste Lehrer, der ins Ausland ging, war Katsukuma Higashi.
Erich Rahn, der „Meister der 1000 Jiu-Jitsu-Griffe“, war Begründer des Jiu-Jitsu in Deutschland.
Er lernte hauptsächlich von Higashi. Er eröffnete 1906 in Berlin die erste Jiu-Jitsu-Schule Deutschlands.
1945 verboten die Alliierten durch das Kontrollrat-Gesetz die Ausübung des Jiu-Jitsu.
Erst in den 50er Jahren gelang es nach zähen Verhandlungen, das Gesetz wieder aufzuheben.
Seither hat sich Jiu-Jitsu wieder stärker in Deutschland etabliert und es entstand eine Vielzahl von Verbänden, in denen Jiu-Jitsu gepflegt und unterrichtet wird.

Heute wird Jiu-Jitsu bei verschiedenen Militär- und Polizeieinheiten in seiner ursprünglichen Bedeutung als militärisches Nahkampfsystem bzw. zur Erfüllung von Polizeiaufgaben eingesetzt oder als zivile Selbstverteidigungsmethode gelehrt.
Jiu-Jitsu ist auch die Quelle vieler neuer Kampfkunst-Formen.
So entwickelte Jigoro Kano Ende des 19. Jahrhunderts das mittlerweile zur olympischen Disziplin gewordene JUDO vor allem aus den Jiu-Jitsu-Schulen Tenshin shinyo ryu und Kito ryu.
Morihei Ueshiba schuf sein AIKIDO in erster Linie aus dem Daito ryu aiki ju jutsu, und schließlich haben auch etliche Stilrichtungen des KARATE, welches generell allerdings eine andere Geschichte hat, Wurzeln im Jiu-Jitsu. Von den prominenteren Stilrichtungen ist hier vor allem das Wado ryu karate zu nennen, dessen Gründer Hironori Otsuka, Meister des Yoshin ryu jiu jitsu kempo war.

Inhalt des Jiu-Jitsu

Jiu-Jitsu ist eine umfassende, aus Japan stammende Kampfkunst, bei welcher Wurftechniken (Nage Waza), Grifftechniken (Katame Waza) und Schlagtechniken (Atemi) eingesetzt werden können, wobei in den hunderten verschiedenen Schulen (Ryu) und Stilrichtungen (Ryu-ha) unterschiedliche Technikgruppen bevorzugt werden.
Erst als die Vorherrschaft des japanischen Rittertums im 19. Jahrhundert mehr und mehr zurückging, verlor die sanfte Kunst langsam an Bedeutung.
Und jetzt kommt das Merkwürdige in der Geschichte des Jiu-Jitsu.
Nachdem diese großen Meister gestorben waren, gerieten die verschiedenen Kampfarten fast in Vergessenheit, ja es wurde den Studenten sogar nahe gelegt, diese alten japanischen Bräuche abzulegen, denn die jungen Japaner versuchten, in fast allen Dingen die Europäer zu imitieren. So merkwürdig es klingen mag, aber ein Deutscher - nämlich Hofrat Dr. Baelz -, welcher als Dozent der Medizin an der Universität in Tokio beschäftigt war, begeisterte das japanische Volk erst wieder für diese Kampfkunst.
Er selbst nahm beim ältesten Meister, dem 70-jährigen Totsuka, Unterricht.
Seine Studenten, die ihn als europäischen Universitätsprofessor hoch verehrten, eiferten seinem Beispiel nach.
Von da ab blühte Jiu-Jitsu derart wieder auf, dass es kaum mehr einen Japaner gab, der diese Kunst nicht beherrscht hätte.
In Europa wurde Jiu-Jitsu zu Beginn des 20. Jahrhunderts eingeführt.
In Deutschland wurde Jiu-Jitsu vom Altmeister Erich Rahn eingeführt, der im Jahre 1906 die erste Jiu-Jitsu-Schule in Berlin eröffnete.
Inzwischen hat sich auch in Deutschland die Geschichte des Jiu-Jitsu weiterentwickelt.
Jiu-Jitsu ist eine waffenlose Selbstverteidigung gegen verschiedene Angriffsarten.
Die Angriffe können als Nah- oder Distanzangriffe, im Stand oder am Boden, bewaffnet oder unbewaffnet erfolgen. Angriffe in der Nahdistanz sind z.B. Körperangriffe wie Körperumklammerungen, Würgegriffe, Schwitzkasten, Haarzug usw. Unbewaffnete Distanzangriffe sind z.B. Faustschläge und Fußtritte. Bewaffnete Angriffe erfolgen z.B. mit einem Kurz- oder Langstock, Messer, Schusswaffe oder mit alltäglichen Gegenständen wie z.B. einer Flasche oder einem Gürtel.
Die Abwehren gegen die verschiedenen Angriffe können durch Ausweichen, Blocken, Schlagen, Treten, Werfen, Hebeln, Würgen, Festlegen/Sistieren und Transportieren erfolgen. Sie erfolgen je nach Intensität des Angriffs durch Beachtung des Notwehrrechts.
Durch regelmäßiges Üben dieser Kampfkunst wird eine körperliche Fitness und somit die Erhaltung der Gesundheit, eine Vervollkommnung des Charakters und der Persönlichkeit, das nötige Selbstvertrauen und die geistige Reife erstrebt.

Bushido

„Die schönste unter allen Blüten ist die Kirsche. Der edelste unter den Menschen ist der Samurai.“

Seit im 12. Jahrhundert die Samurai die tragende Macht in Japan geworden waren, entsprach dieser Spruch dem Symbol des Samuraigeistes.
Die Kirschblüte ist nicht nur eine Symbolisation Japans, sondern sie ist das Ebenbild der Samurai. Junyu Kitayama schreibt dazu: „Wenn die Sonne in die azurne Mitte des blauen Himmels aufgestiegen ist, beginnen die Kirschbäume, ihr Blütengewand lautlos abzuwerfen und sich in die letzte Stunde des Blütentodes zu begeben.
Die Tragik des Unterganges, die den Menschen wehmütig rührt und manchem Dichter schmerzliche Klagelieder entlockte, wird in der Natur lebendig. Aber dem japanischen Herzen ist diese die feierlichste Stunde. Der Höhepunkt des Lebens ist der Tod. Der Abschied vom Ich, auf dem Höhepunkt des Lebensglanzes, wie bei der fallenden Kirschblüte, ist für den Samurai der Schmuck seines Daseins, den er ohne Klang und Jammer trägt.“

Bushido heißt wörtlich übersetzt „Weg des Ritters“, denn „Bushi“ ist gleichbedeutend mit Samurai. Bushido sind also Vorschriften, welche der Samurai sowohl im täglichen Leben als auch während der Dienstzeit zu beachten hatte.
Allerdings darf man sich die Vorschriften nicht als schriftlich niedergelegtes, aufgezeichnetes Gesetzbuch vorstellen. Es ist ein unausgesprochener und ungeschriebener Kodex, ein Gesetz also, das im Herzen eines jeden Samurais geschrieben stehen sollte.
Dieser Ehrenkodex „BUSHIDO“ sollte den Samurai davon abhalten, seine Rechte zu missbrauchen, er diente dem Ritter als Weg für die ihn geziemenden Verhaltensregeln und Eigenschaften, die da heißen:

Mut
Ehre
Wahrhaftigkeit
Höflichkeit
Selbstkontrolle
Selbstaufopferung.
 
„Ich komme mit leeren Händen im Geiste der Samurai. Voll Achtung vor der Schwäche und frei von Angst vor der Stärke. Sollte ich gezwungen sein, mich selbst, meine Grundsätze oder meine Ehre zu verteidigen - sollte es um Recht oder Unrecht gehen -, dann ist dies meine Waffe, Jiu-Jitsu!“

Yin-Yang

Yin-Yang das chinesische Dualitäts-Prinzip der zusammenwirkenden und sich bekämpfenden Kräfte.
Versinnbildlicht wird diese Beziehung durch das Symbol der Monade in China. Die Bezeichnung für dieses Symbol: Monade, kommt aus dem Griechischen monas und bedeutet „Einheit“.
In der Darstellung der Monade sehen wir eine helle und eine dunkle Kreishälfte. Entscheidend im Hinblick auf die gegenseitige Abhängigkeit der beiden Kreishälften ist die Tatsache, dass die weiße Kreishälfte einen dunklen Punkt in sich trägt, also Teile des Yin, und die dunkle Kreishälfte, das Symbol für das Yang, einen hellen Punkt aufweist, zum Zeichen, dass ein geringer Bestand des Yang auch im Yin bereits vorhanden ist.
Die Dualkräfte Yang, das lichte, feste, aktive, männliche Prinzip und Yin, das dunkle, weiche, empfangene, weibliche Prinzip werden vom Dau zu einer höheren Einheit umschlossen.
Das Dau, als die Urkraft alles Seins, ist selbsttätig, allmächtig und in vollendetem Maße gut, d.h. in höchster Harmonie.
Der Mensch sieht, dass alles in eine höhere Einheit verschmolzen und aufgehoben wird und erschaut das „Eine in allem und das All in Einem“. Nur so findet die menschliche Seele die abgeklärte Ruhe und den inneren Frieden.
Yin ist das Fehlen des Strahles der Sonne - also Schatten.
Yang ist das Strahlen der Sonne.
Danach wurden Yin und Yang als zwei Prinzipen oder Kräfte der Natur angesehen, Yin als das weibliche, negative, Yang als das männliche, positive Prinzip.
Yin verkörpert die Dunkelheit, die Kälte, die Feuchtigkeit, die Weichheit und die Passivität.
Yang hingegen verkörpert das Licht, die Wärme, die Dürre, die Härte und die Aktivität.
Während der Ausführung der Techniken und im Kampf findet ein ständiger Wechsel zwischen Yin und Yang statt. Dessen muss man sich bewusst werden.
So ist beispielsweise der vordere Fuß Yang und der hintere Fuß Yin. Gehen wir aber einen Schritt nach vorn, so wird Yang zu Yin und umgekehrt. Der Fuß, der die Hauptlast des Körpers trägt, ist Yang, der andere Yin. Verlagert sich das Gewicht von einem Fuß auf den anderen, so verwandelt sich Yang in Yin und Yin in Yang.
Sind wir angespannt, so sind wir Yang, entspannen wir uns, werden wir zu Yin.
Die sichtbaren Teile unseres Körpers sind Yang, die, die man nicht sieht, Yin, so etwa, wenn der Gegner im Kampf meine rechte Faust sieht und abblockt (die Yang ist, weil man sie sieht), aber nicht meine linke Faust (Yin), die ihn schlägt. Sobald die linke Faust jedoch auf den Körper des Gegners trifft, wird sie Yang, während die rechte Faust sich von Yang in Yin verwandelt.
Das Grundprinzip unseres Kampfsportes ist das Symbol „Yin-Yang“.

Kiai

Die erste Silbe „ki“ bedeutet Energie und die Zweite „ai“ Einheit. Zusammen bedeuteten beide Silben „die Energie vereinigen“.
Der Kiai ist in der Tat die Kunst, seine persönliche Energie zurückzugewinnen und eine Verschwendung der Kräfte zu vermeiden.
Um welche Energie handelt es sich dabei? Sicherlich nicht einfach um jene, die direkt oder indirekt mit Muskelkraft in Verbindung stehen, sondern vor allem um jene, die durch den Geist und die Psyche hervorgerufen werden. Wenn man sich intensiv mit dem Kiaido (jap. Lehre vom Kampfschrei) beschäftigt, dann bedingt dies auch ein ebenso intensives Studium philosophischer Lehren - der Kiai ist eine Philosophie.
Der Kiai ist ein sehr wichtiges Element im Jiu-Jitsu.
Im Jiu-Jitsu werden die Techniken u. a. durch die Atmung kontrolliert. Eine schnelle Bewegung kann nur durch rasches Ausatmen erreicht werden; dieses Ausatmen geschieht plötzlich, mitunter explosionsartig.
Bei Techniken, denen vom Sportler ein besonderer Wert zugemessen wird und die mit vollem Krafteinsatz und Kampfgeist ausgeführt werden, entsteht so der Kampfschrei.
Wenn kein richtiges Ausatmen erfolgt, so kann man auf eine mangelnde Technik schließen. Zumindest kann hier auch eine sogenannte „Pressatmung“ vorliegen; d. h., es wird überhaupt nicht ausgeatmet, sondern die Luft im Brustkorb gepresst. Dies ist ein grober Fehler im Jiu-Jitsu. Mangelndes oder falsches Ausatmen senkt die momentane Leistungsfähigkeit und birgt Verletzungsgefahr in sich (ganz deutlich ist dies bei den Fallübungen zu erkennen).
Zusammenfassend bewirkt der Kiai folgende Zwecke:

1.      Der ganze Körper wird auf einen bestimmten Zeitpunkt der Technikanwendung fixiert, und damit werden viele Muskeln kraftmäßig koordiniert; es wird die größte zur Verfügung stehende Kraft entfaltet.

2.      Er strafft den inneren Brustkorb und schließt die Rippen zu einem festen Schild als Schutz für die inneren Organe gegen mögliche Verletzungen.

3.      Er konzentriert die volle Körperkraft auf einen Auftreffpunkt von wenigen Quadratzentimetern - in der Abwehr wie auch im Angriff.

4.      Er konzentriert oder lähmt den Gegner für einen wichtigen Zeitraum durch das
        Überraschungsmoment des nichterwarteten Kiai.

Der Kiai wird tief unten im Körper gebildet. Das schreiartige Ausatmen darf nicht nur von der Brust her erfolgen. Nur so verhindert man eine teilweise Pressatmung und ist sicher, dass der ganze Körper beim Kiai gefordert wird.


 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü